Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es stellt die gelenkige Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel her. Gemeinsam mit der umgebenden Gelenkkapsel, den anschließenden Muskeln und Bändern, den Menisken sowie der Kniescheibe erlaubt es das Stehen und Aufrichten - vor allem aber die Gehbewegung. Beide Knochenenden und die Kniescheibe sind beim gesunden Gelenk ausreichend mit Knorpel überzogen. Durch fortwährende Beanspruchung, kann sich diese Knorpelschicht im Alter abnutzen. Fehlbelastungen des Beines, die so genannten 0- und X-Beine, alte Verletzungen oder Entzündungen beschleunigen diesen Prozeß. Die Folge sind starke Schmerzen bei jeder Bewegung. Der Fachmann spricht bei diesem Krankheitsbild von der Gonarthrose.

Ist die Zerstörung des Knies so weit vorangeschritten, daß eine medikamentöse Behandlung oder ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr sinnvoll sind, kann Ihnen| allein ein künstlicher Gelenkersatz Schmerzlinderung und damit neue Beweglichkeit verschaffen.

Ein kompletter Oberflächenersatz ist immer dann erforderlich, wenn größere Teile des Knorpels oder die Kreuzbänder durch Arthrose zerstört sind, die Seitenbänder jedoch noch funktionstüchtig sind. Bei dieser Operation werden alle Gelenkoberflächen ersetzt. Dabei erhält der Oberschenkel ein anatomisch gestaltetes Metallimplantat. Der Unterschenkel wird mit einer Kunststoffscheibe als Gleitfläche versehen, die auf einer Metallplatte sitzt. Alle Komponenten liegen in unterschiedlichen Größen und Ausformungen vor. Die Anpassung an Ihre individuelle Knieanatomie wird durch Probeprothesen während der Operation vorgenommen. Sollte die Knorpelschicht Ihrer Kniescheibe zerstört sein, ersetzt man die Rückseite der Kniescheibe ebenfalls durch eine Kunststoffscheibe.

Die 40- bis 60-minütige OP erfolgt unter Teil- oder Vollnarkose. Der Eingriff geschieht unter Blutleere von vorne; anschließend wird die Wunde schichtweise zugenäht. Drainagen sorgen nach der Operation für das Abfließen des Blutergusses.


© Praxis Dr. med. Georgios Tsolakis, 2021
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